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Sonderausstellung „Der Ton macht die Figur“

der ton macht die figur: plakat

 

der ton macht die figur: ÜbersichtsfotoIn der Archäologischen Sammlung der Universität werden vom 16. Februar – 17. Juli 2022 antike griechische Tonfiguren aus dem Magazin der Berliner Antikensammlung unter dem Titel „Der Ton macht die Figur“ zu sehen sein. Einzelne der Statuetten werden der Öffentlichkeit das erste Mal über-haupt präsentiert. Es handelt sich um Figuren, die vor mehr als 2000 Jahren bei Bestattungen als Gaben ins Grab gelangten oder aber Gottheiten in Heiligtümer geweiht worden sind. Die Zusammenstellung der Figuren vermittelt den Besucher:innen eine Vorstellung davon, welche antiken Ideen und Absichten sich mit den Statuetten und ihrer Darstellung verbinden lassen. 

der ton macht die figur: vitrine nahansichtDie um wenige Stücke aus Freiburger Beständen ergänzte Auswahl von Objekten wird in neun Sektionen präsentiert. Eine erst Gruppe von Statuetten zeigt, wie wenig Themen und Wiedergabe mit der ‚Realität‘ zu tun hatten. Die zweite Sektion rückt werktechnische Aspekte, die die Beschaffenheit und Herstellung der Figuren beleuchten, in den Mittelpunkt. Anschließend wird unter den Titeln „Maskerade“ und „Zu-Neigung“ auf ikonographische Merkmale verwiesen, ehe mit den Sektionen V-VII antike Rollenbilder des Kindes, des Mannes und der Frau fokussiert werden. Funktionale und nutzungsspezifische Aspekte treten in Sektion VIII in den Vordergrund, bevor das Augenmerk abschließend auf Zerstörung und nachantike Schicksale gelegt wird. 

der ton macht die figur: grotesken-vitrineUnter den derzeitigen Bedingungen ist ein Besuch leider nur nach Voranmeldung und in Gruppen (5 – 20 Personen) möglich (sammlung@archaeologie.uni-freiburg.de oder telefonisch unter 203 3107 bzw. 3073). Es gelten die 2G - Regeln und die Pflicht, in der Ausstellung eine FFP2-Maske zu tragen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Führungen finden regelmäßig sonntags gemäß dem Semesterprogramm statt.

 

 

 

ARCHÄOLOGISCHE SAMMLUNG DER
ALBERT-LUDWIGS-UNIVERSITÄT FREIBURG

 

 

 

Die Archäologische Sammlung der Universität Freiburg bleibt wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres geschlossen.

 

Neues Programm zum Sommersemester 2022
 

Im ehemaligen Papierlager des Herder-Verlages, das zu einem musealen Raum umgestaltet worden ist, präsentiert die Archäologische Sammlung der Universität Freiburg erstmals seit 1944 wieder vollständig ihre Bestände: antike Originale, Abgüsse griechischer und römischer Skulptur, Bauteile der Architektur der römischen Tempelanlage in Baalbek sowie zahlreiche Leihgaben antiker Kunstwerke. Dem Besucher erschließt sich hier die Bilderwelt und Kultur der griechisch-römischen Antike in großer Breite. Anders als in vielen Museen führt die wechselnde Aufstellung der Exponate immer wieder zu neuen Seherlebnissen.

 

Originale

Die Archäologische Sammlung beherbergt über 3000 originale Objekte aus mehr als 2500 Jahren der griechischen, etruskischen und römischen Antike: vom Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr.

 

abbildung 2 flötenspiel

 

Die Ausstellung präsentiert vor allem verzierte Keramik (Grabbeigaben, Symposiongefäße), Bronzen (Statuetten, Arztbestecke), Tonfiguren, römische Gläser und eine umfangreiche Kollektion antiker Öllampen, aber auch Steinbildwerke einschließlich des Grabreliefs eines Arztes. Von besonderer Ausstrahlung ist die kleine Kalksteinstatuette eines Flötenspielers , die um 550 v. Chr. entstanden sein dürfte (Abb.2). Die Tongefäße bieten einen chronologischen und regionalen Überblick über die antike Keramik, unter ihnen eine spätmykenische Bügelkanne, früheisenzeitliche Gefäße aus Griechenland und Italien, qualitätvoll bemalte Fragmente archaischer Zeit, kleinformatige Weingefäße der klassischen Epoche und reich dekorierte Trinkgefäße des  4. Jhs. v. Chr. aus Unteritalien.

 

abbildung 3 lekythos

 

Zu den kleinen Meisterwerken griechischer Vasenmalerei gehört ein schwarzfiguriges Ölgefäß (Lekythos) mit dem Löwenkampf des Herakles (Abb. 3). Erwähnenswert ist auch ein kleiner Skyphos des 5. Jhs. v. Chr., der einen Silen zeigt, welcher weintrunken einen komplizierten Balanceakt vorführt (Abb. 4).

 

abbildung 4 skyphos

 

Die Galerie antiker Köpfe (Abb. 1) vereint Bildnisse vom 6. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. Ihre Herkunft reicht von Italien über den östlichen Mittelmeerraum bis zum Bildnis eines Mannes aus dem syrischen Palmyra (Mitte 2. Jh. n. Chr.). Unter diesen Porträts findet sich auch ein Bildnis des hellenistischen Philosophen Metrodor, eines Schülers des Epikur.

 

Skulptur

Wie in einem imaginären Museum vereint die Sammlung von Gipsabgüssen (Abb. 5) Bildwerke, die als Stein- und Bronzeoriginale über zahlreiche Museen der Welt verstreut sind: zu ihnen gehören der ‚Apoll vom Belvedere‘, die ,Venus von Milo‘ und auch die Laokoongruppe. Die etwa 800 Gipsabgüsse griechischer und römischer Skulpturen geben diese Originale im Detail getreu wieder. Abgüsse mehrerer römischer Marmorkopien, etwa der ‚Athena Lemnia‘ des Phidias oder des ‚Apollon Sauroktonos‘ (Eidechsentöter) des Praxiteles und Fragmente antiker Gipsabformungen aus Baiae erlauben das Studium des Kopienwesens.

 

abbildung 5 ausstellungsraum

 

Die Geschichte der antiken Skulptur und die Bilderwelt der Griechen und Römer lassen sich anhand  der Abgüsse studieren. Beim Rundgang begegnen Athena oder Herakles genauso wie frühgriechische Grab- und Weihestatuen, der Wagenlenker aus Delphi, die Tyrannenmörder aus Athen oder die schon in der Antike weltberühmten Statuen der verwundeten Amazonen aus dem Artemis-Heiligtum von Ephesos.

Eine Porträtgalerie berühmter Griechen, zu der Homer, Perikles, Euripides, Sokrates, Platon und Aristoteles gehören, aber auch Alexander der Große, wird durch Bildnisse römischer Kaiser ergänzt. In Abgüssen sind zudem antike Grab- und Weihreliefs zu sehen.

 

Architektur

Kolossale originale Architekturfragmente der römischen Tempelanlage in Baalbek (Libanon) stellen eine Freiburger Besonderheit dar und finden sich sonst nur noch in Göttingen und Berlin. Der Archäologe Otto Puchstein erhielt sie 1905 zu Studienzwecken.

 

abbildung 6 baalbek wand

 

Im Foyer der Sammlung (Abb. 6) sieht man sie eingebettet in eine graphische Rekonstruktion der Architektur. So wird die Monumentalität des einstigen Bauwerks erfahrbar, das zu den größten Tempelanlagen des römischen Imperium zählt. Kleinere Bauteile sind in Vitrinen ausgestellt und erlauben sowohl das Studium der detailreichen römischen Bauornamentik als auch der unterschiedlichen Werkzeugspuren antiker Steinmetze.

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